Online-Tools

Zur Nutzung von Online-Tools während der Schulschließungen aufgrund des Corona-Virus hat das Kultusministerium in Bayern ein entsprechendes Schreiben herausgegeben, das die Nutzung während der Sondersituation regelt. Die dort getroffenen Aussagen sind nicht grundlegende datenschutzrechtliche Entscheidungen, sondern der Nutzung in der Notlage (Dynamik der Verbreitung von Infektionen durch das Corona-Virus und daraus resultiernde Schulschließungen) geschuldet. Dort genante Verfahren sind keinesfalls grundsätzlich zur Nutzung im Regelfall empfohlen, sondern müssen – ggf. wenn der Normalzustand wieder eingekehrt ist – vom zuständigen behördlichen Datenschutzbeauftragten eingeschätzt werden.

Weitere Infos aus dem KM zum Schuldatenschutz finden Sie unter https://schuldatenschutz.bayern.de.

Auch der Bayerische Landesbeauftragte für Datenschutz hat sich zur Thematik mit der Verlautbarung „Sonderinformationen zum mobilen Arbeiten mit Privatgeräten zur Bewältigung der Corona-Pandemie“ (Gültigkeit vorerst bis zum 19.4.2020) [Link] zu Wort gemeldet. Ausnahmsweise dürfe auch Privatgeräte vorübergehend genutzt werden, insofern die im Schreiben veröffentlichten Standards umgesetzt werden.

Grundsätzlich sollten außerhalb von mebis nur Dienste genutzt werden, die so datensparsam wie möglich sind bzw. datensparsam genutzt werden, beispielweise:

Bitte beachten Sie auch die Regelungen des Urheberrechts, da zahlreiche „Unterrichtsprivilegien“ bzgl. Vorführung und Kopien nur beim Unterricht im Klassenverband (in der Schule oder in einem eigenen Klassenkurs in mebis), nicht aber auf öffentlich zugänglichen Webportalen gelten.
Grundlegende Infos des Verbands Bildungsmedien zu Kopien aus Schulbüchern finden Sie unter http://www.schulbuchkopie.de.

Unter dem oben zum Datenschutz benannten Vorbehalt stehen auch die folgenden Beispiele:

Welche Tools können noch helfen, im Fall von Unterrichtsaufall den Schüler*innen digitale Lernwege zu ermöglichen?

Erklärvideos/Bildschirmaufzeichnung 1

Mit Software zur Bildschirmaufzeichnung lassen sich Bildschirm mit Mauszeiger und ggf. erklärende Worte dazu aufzeichnen. So lassen sich nicht nur Erklärfilme zur Nutzung von mebis leicht erstellen. In Verbindung mit einem virtuellen Whiteboard oder einer Kamera lassen sich verschiedenste Erklärfilme erstellen. Für erste Schritte könnte beispielsweise die derzeit kostenlose Software ScreenVideo ausprobiert werden. Download unter https://www.abelssoft.de/danke-alltagshelfer.

Erklärvideos 2: Online erstellen

Ein weiteres exemplarisches Beispiel für die Erstellung von Erklärvideos wäre https://www.mysimpleshow.com/de. Einige Basisfunktionen zur Erstellung von Erklärvideos stehen kostenfrei zur Verfügung. Eine Registrierung ist erforderlich.

Cloud Postfächer: TransferXL

Wenn große Dateien versendet werden müssen, ist dies mittels E-Mail wegen der Größenbeschränkung nicht möglich. Alternativen sind Cloud-Postfächer wie beispielsweise https://transferxl.com/de.
Der Serverstandort ist im Deutschland, was für eine datensparsame Nutzung spricht. Achtung, jeder der den zugehörigen Downloadlink kennt, kann die Dateien herunterlesen. Zusätzlich kann jedoch die Datei beim Upload verschlüsselt werden.

Virtuelle Pinnwand 1: Padlet

Virtuelle Pinnwand, z.B. zum Verlinken diverser digitaler Lernressourcen, mit Kollaborations-Möglichkeiten. „Erstelle schöne Schaubilder, Dokumente und Webseiten, die leicht zu lesen sind und an denen andere gut mitarbeiten können.“ Zu finden unter https://padlet.com. (Pinwandersteller können sich anmelden und kostenlos 3 Padlet-Seiten erstellen. Für die Schüler ohne Anmeldung nutzbar – nur lesen, keine Veränderungen. Eine Padlet-Vorlage beinhaltet auch eine Chat-Funktion.)
Beispiele von Hr. Behl unter https://padlet.com/mail1058/2ogc049ynx4e und https://padlet.com/mail1058/88sn7o0p7fd3

Virtuelle Pinwand 2: Trello

Auch Trello bietet Funktionen einer virtuellen Pinwand. Darüber können Arbeitsaufträge veröffentlicht werden, Bearbeitungen durch Teilnehmer können ermöglicht werden. Zu finden unter https://trello.com. Pinwandersteller können sich anmelden und Boards erstellen. Für die Schüler ohne Anmeldung lesend nutzbar – Mitarbeit nur nach Registrierung.
Empfohlen wird ausdrücklich die Nutzung ohne Registrierung durch die Teilnehmer.
Beispiel von Hr. Behl unter https://trello.com/b/Cel2KMlh/bdb-behl.

Digitales Whiteboard und Chat-Wall: Flinga

Bei Flinga kann man ein digitales Whiteboard teilen und bestimmen, ob die Schüler nur lesen oder auch mitmachen können. Zusätzlich gibt es eine Chat-Funktionalität (Flinga Wall). Beides ist zu finden unter https://flinga.fi/tools. Damit die Schüler*innen mitmachen können, muss man ihne die Internetadresse des genutzten Whiteboards zugänglich machen. (Ohne Anmeldung nutzbar.)

Digitales Whiteboard 2:

Für alle, die Handgeschriebenes online mit Ihren Schüler*innen teilen möchten gibt es die Seite https://whiteboardfox.com. Damit die Schüler*innen mitmachen können, muss man ihne die Internetadresse des genutzten Whiteboards zugänglich machen. (Ohne Anmeldung nutzbar.)

Digitales Whiteboard 3:

Eine Alternative zum vorgenannten Whiteboard aus dem Open-Source-Bereich ist https://wbo.openode.io

Cryptopad im Netz:

Auch Crypropad bietet viele Möglickeiten zur digitalen Zusammenarbeit, abrufbar beispielsweise unter https://cryptpad.fr.

Kollaborative Texte: ZUMpad

Eine sehr einfache Möglichkeit, Aufgaben zu formulieren und von Schüler/innen dazu Input in Form von Text zu erhalten, sind etherpads. Bekanntester Anbieter im Bildungsbereich ist das ZUMpad. Was das ist und wie man es verwendet, wird auf dieser Seite erklärt (einschließlich eines Anleitungsvideos zum ZUMpad, das sowohl Lehrer/innen als auch Schüler/innen den Einstieg ermöglicht).

  • Keine Registrierung nötig und möglich (auch nicht durch Lehrer/in)
  • URL ist einziger Zugangsschutz
  • alle Nutzer haben gleiche Rechte
  • nur formatierter Text, keine Bilder
  • schnell und unkompliziert

Kollaborative Texte: Alternativen

Da ZUMpad sehr bekannt, und dadurch derzeit stärker als sonst ausgelastet ist, hier noch einige Alternativen in Form von Etherpads (ebenso ohne Anmeldung nutzbar, gleiche Funktionalität.)

Online üben: LearningApps

Übungsphasen können auch im „Fernunterricht“ realisiert werden. Eine Möglichkeit dafür sind LearningApps, die man als Lehrer/in mit nur wenig Einarbeitung passgenau zum eigenen Unterricht erstellen kann und die die Schüler/innen dann von zu Hause aus bearbeiten können. Um eine öffentlich zugängliche Lern-App mittels des sehr leicht nutzbaren Baukastens zu erstellen, muss man sich als Lehrer/in registrieren. (Grundlegende Nutzung ohne Anmeldung nutzbar.)

Online üben: Anton

Die Angebote von Anton als App erfüllen ggf. nicht die Vorgaben DSGVO – empfohlen wird die Nutzung im Internetbrowser mit pseudonymisierten Daten (diese Empfehlung gilt für alle Lern- und Übungsangebote aller Anbieter). Derzeit ist Anton leider wegen des großen Ansturms auch zeitweise überlastet. https://anton.app/de

Online lernen: Schule daheim – Online lernen (BR)

Bei Krankheit oder in besonderen Situationen, wie aktuell beim Coronavirus, bleibt Schülerinnen der Schulbesuch verwehrt. Sie müssen zuhause lernen. Die BR Mediathek bietet ein großes Video-Lernangebot, mit dem Schüler*innen für die wichtigsten Fächer, wie Deutsch, Englisch, Mathematik, Biologie oder Chemie online lernen können. Ganz einfach von zuhause.

Online lernen: Weitere Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Weitere Anbieter wären beispielsweise Planet Schule (SWR/WDR), Schule digital (WDR), alpha lernen (BR) sowie die tägliche Sendung mit der Maus (WDR). Eine Sammlung von ADR-weiten Lern-Angeboten ist zu finden unter https://www.daserste.de/specials/service/schule-daheim-lernangebote-schueler-corona-krise100.html.

Programmieren lernen: Mit der Maus

Warum die Zeit nicht zum Erlernen von Programmieren nutzen? Auch hier hilft die Maus unter https://programmieren.wdrmaus.de/welcome.

Cisco Webex Meeting der deutschen Telekom (Bildschirmfreigabe oder Videokonferenz)

Die Telekom bietet 90 Tage kostenlos den Webmeeting-Dienst Webex von Cisco an. Der Vorteil ist die Abwicklung auf europäischen Servern (AV-Vertrag vorhanden). Nutzung im Internetbrowser ohne Softwareinstallation oder mittels eigener Software/APP für bis zu 200 Teilnehmer möglich. Beantragen als Schule unter https://geschaeftskunden.telekom.de/zuhause-lernen?wt_mc=alias_zuhause-lernen (nur mit schulischer E-Mail-Adresse).

Alfaview (Bildschirmfreigabe oder Videokonferenz)

Die Videoplattform ermöglicht Videokonferenzen, der Anbieter unterliegt als deutsches Unternehmen der DSGVO, ein AV-Vertrag kann beim Anbieter angefordert werden. Derzeit kostenfrei bis zum 31.07.2020. Weitere Infos unter https://alfaview.com/page/plans. Um Alfaview nutzen zu können, muss eine Software installiert werden. Dafür mach das System einen performanten Eindruck.

Cisco Webex Meeting (Bildschirmfreigabe oder Videokonferenz)

Cisco bietet auch selbst einen kostenlosen Zugang zu seinem Webmeeting-Angebot an, garantiert allerdings nicht die Nutzung deutscher Server. Nutzung im Internetbrowser ohne Softwareinstallation oder mittels eigener Software/APP für bis zu 100 Teilnehmer möglich. Beantragen unter https://cart.webex.com/sign-up?locale=de_DE. Cisco nutzt in der Eigenvermerktung US-Amerikanische Server. Für die behördliche Nutzung nicht empfohlen, da Alternativen auf Grundlage der DSGVO vorhanden sind.

Adobe Connect (Bildschirmfreigabe oder Videokonferenz)

Adobe bietet eine 90-Tägige Testnutzung (maximal 25 gleichzeitige Teilnehmer) von Adobe Connect. Nutzung im Internetbrowser ohne Softwareinstallation für Teilnehmer möglich. Zu finden unter https://www.adobe.com/products/adobeconnect.html. Adobe nutzt in der Eigenvermerktung US-Amerikanische Server. Für die behördliche Nutzung nicht empfohlen, da Alternativen auf Grundlage der DSGVO vorhanden sind.
Hinweis: Für Online-Fortbildungen über die Akedemie für Lehrerbildung und Personalführung (ALP) wird unter der Internetadresse Onlinetrainieren.de/… Adobe Connect auf eigenen Servern betrieben. Daher ist die Nutzung für die hier angebotenen Fortbildungen im Rahmen der DSGVO möglich.

Jitsi Meet (Bildschirmfreigabe oder Videokonferenz)

Jitsi Meet unter https://meet.jit.si ist ohne Anmeldung direkt im Internetbrowser nutzbar.
Unklar, inwieweit die Systeme datenschutzrechtlich eingesetzt werden können. Der Serverstandort ist nicht bekannt. Für die behördliche Nutzung nicht empfohlen, da Alternativen auf Grundlage der DSGVO vorhanden sind.

Zoom (Bildschirmfreigabe oder Videokonferenz)

Aufgrund zahlreicher Meldungen über Datenschutzmängel wird Zoom im schulischen Bereich (behördlicher Datenschutz) trotz der Krisensituation nicht empfohlen, da sicherere Alternativen auf Grundlage der DSGVO vorhanden sind.
Zoom nutzt US-Amerikanische Server.

Messenger-App Signal

Die Messenger-App Signal wird von vielen Datenschützern positiv bewertet, leider stehen die normalerweise für die Behördennutzung notwendigen Formulare nicht zur Verfügung (AV-Vertrag etc.). Man könnte das unten verlinkte Amtschef-Schreiben („…Es ist sinnvoll, wenn Schulen, insbesondere Grund- und Förderschulen, in der aktuellen Situation darüber hinausgehend oder alternativ digitale Angebote nutzen […] datenschutzfreundliche Messenger-Dienste wie zum Beispiel Threema oder Signal…“)  in der jetzigen Lage der Corona-Krise als eine Art positive Stellungnahme werten. Dann wäre Signal als Tipp an die Schulen für sichere Kommunikationswege (Lehrer-Lehrer oder auch Lehrer-Eltern bzw. jugendliche Schüler) formulierbar. Der Signal-Messenger wäre ein deutlich milderes (datenschutzkonformeres) Mittel im Vergleich zu WhatsApp und daher in der jetzigen Situation zu empfehlen.

Microsoft Skype

Für Skype besteht während der derzeitigen Sondersituation die selbe Einschätzung wie für Microsoft Teams.
Zum Anbieter (Microsoft): https://www.skype.com/de/

Microsoft Teams (Konferenz-Tool)

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Teams 
  • Plattform, die Chat, Besprechungen, Notizen und Anhänge kombiniert. Teil von Office-365.
  • Zur Zeit kostenloser Zugang möglich. Weitere Infos und Anleitungen dazu: https://news.microsoft.com/de-de/covid-19-fernunterricht/ 
  • Unklar, ob/inwieweit die Systeme datenschutzrechtlich eingesetzt werden können. Aber Microsoft garantiert eine Speicherung auf in Deutschland stehenden Servern. Ideen:
    • Videokonferenzen
    • Materialbereitstellung
    • gemeinsames Arbeiten an Dokumenten
    • Bereitstellen und Einsammeln von Aufgaben
  • Am 12.3. wurde für Bayern bekanntgegeben, dass Office 365 zurzeit aufgrund der Ausnahmesituation vorübergehend eingesetzt werden darf. (Siehe Einschätzung ganz oben auf dieser Seite.)

Weitere Infos vom JFF

Das Institut für Medienpädagogik (JFF) veröffentlicht weitere Tipps zu Pädagogik und Tools für Schüler*innen und Familien unter https://www.jff.de/meldungen/details/medien-im-ausnahmezustand

Diese Liste wird fortlaufend erweitert.